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Sommerschimmel: Mythos oder reales Risiko?

Warum warme Sommerluft heute in Kellern und an kühlen Wänden häufiger zu Schimmel führen kann

Früher war Schimmelpilz vor allem ein Thema der Wintermonate: draussen kalt, innen warm, mangelhafte Wärmedämmung und hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen. An schlecht gedämmten Aussenwänden sank die Oberflächentemperatur unter den Taupunkt. Feuchtigkeit kondensierte — und Schimmelpilzsporen fanden ideale Bedingungen. Heute taucht ein neuer Begriff auf: Sommerschimmel.  Doch ist das wirklich ein neues Problem, oder nur ein Mythos? Am Beispiel Basel haben wir Meteodaten ausgewertet und diese zeigen: Sommerschimmel ist bauphysikalisch sehr gut erklärbar.


Die Sommerluft hat sich verändert

Die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent sinkt zwar leicht, aber die Luft ist deutlich wärmer und enthält absolut mehr Wasser. Dadurch steigt auch der Taupunkt.

1. Die Sommer werden wärmer (am Beispiel Basel)

Sommerschimmel Novapura

Die lineare Trendanalyse über den gesamten Zeitraum 1981–2025 ergibt eine Veränderung von rund +2.77 °C. Der Trend ist statistisch signifikant.

 

2. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt — aber das täuscht

Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Schimmelrisiko sinke, denn die relative Luftfeuchtigkeit ist im Sommer leicht zurückgegangen. Auch dieser Trend ist statistisch signifikant.

Sommerschimmel Novapura
Aber: Die relative Luftfeuchtigkeit allein sagt nicht, wie viel Wasser tatsächlich in der Luft enthalten ist.

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Deshalb kann die relative Feuchte sinken, während die absolute Wassermenge in der Luft trotzdem steigt.

3. Die absolute Feuchtigkeit steigt deutlich

Entscheidend für Kondensation und Schimmelrisiko ist, wie viel Wasser in der Luft enthalten ist. Diese absolute Feuchtigkeit wird in g/m³ angegeben.

Sommerschimmel Novapura

Die absolute Feuchtigkeit der Sommerluft steigt deutlich. Die Luft enthält heute mehr Wasserdampf als früher.

4. Der Taupunkt steigt — und genau hier beginnt das Problem

Der Taupunkt ist für Schimmel besonders wichtig. Er beschreibt die Temperatur, bei der Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Wird eine Oberfläche kälter als dieser Taupunkt, fällt Tauwasser aus.

Sommerschimmel Taupunkt

Über den gesamten Zeitraum 1981–2025 beträgt der lineare Anstieg rund +1.55 °C. Der Trend ist statistisch signifikant. Der durchschnittliche Sommer-Taupunkt ist deutlich gestiegen. Dadurch werden kühle Wand- und Kelleroberflächen schneller kritisch.


Warum Sommerschimmel heute plausibler ist als früher

Früher war Schimmel vor allem ein Winterproblem:

  • draussen kalt
  • innen warm
  • Innenluft feucht
  • schlecht gedämmte Aussenwände kalt
  • Kondensation auf der Wohnseite

Heute kommt ein Sommerproblem dazu:

  • draussen warm
  • Aussenluft enthält mehr Wasser
  • der Taupunkt ist höher
  • Keller und massive Bauteile bleiben kühl
  • warme, feuchte Luft trifft auf kalte Oberflächen

Das Resultat ist dasselbe:
Die Oberflächentemperatur unterschreitet den Taupunkt, Tauwasser fällt aus, und Schimmelpilzsporen können keimen.


Besonders kritisch: (Wein)Keller

Ein Weinkeller sollte idealerweise nicht wärmer als etwa 14 °C sein. Die Wandoberflächen sind häufig noch etwas kühler. Früher war ein offenes Kellerfenster im Sommer oft weniger problematisch, weil der Taupunkt der eintretenden Aussenluft tiefer lag. Heute liegt der durchschnittliche Sommer-Taupunkt in Basel bereits bei rund 13.5 °C. In feucht-warmen Perioden kann er noch deutlich höher liegen.

Das bedeutet:

  • warme Aussenluft strömt in den Keller
  • sie trifft auf kühle Wände, Böden oder Decken
  • der Taupunkt wird unterschritten
  • Feuchtigkeit kondensiert
  • Schimmel kann entstehen

Das klassische Lüftungsverhalten wird dadurch problematisch.
Ein offenes Kellerfenster im Sommer kann ein hohes Mass an Feuchtigkeit eintragen.

ACHTUNG:

Energiesparende Wärmedämmung reduziert im Winter das klassische Schimmelrisiko, weil Innenoberflächen wärmer bleiben. Im Sommer kann sich die Situation jedoch umkehren. Gut gedämmte und massive Bauteile bleiben länger kühl, der Taupunkt der einströmenden feuchten Luft kann unterschritten werden. Dann entsteht Kondensat — und damit ein Risiko für Sommerschimmel. Die Dämmung ist dabei nicht die Ursache, sie verändert aber die Temperaturverhältnisse im Gebäude.


Was kann man dagegen tun?

1. Kellerfenster im Sommer nicht dauerhaft offen lassen

Bei warmer, feuchter Aussenluft sollten Kellerfenster geschlossen bleiben. Besonders kritisch sind schwüle Tage, Gewitterlagen und warme Nächte mit hohem Taupunkt.

2. Nicht nur relative Feuchtigkeit messen

Ein Hygrometer mit Temperaturanzeige ist hilfreich, reicht aber oft nicht aus. Besser ist der Vergleich von:

  • Taupunkt innen und aussen
  • absoluter Feuchte innen und aussen
  • Oberflächentemperatur kritischer Bauteile

Gelüftet werden sollte nur, wenn die Aussenluft tatsächlich trockener ist.

3. Bei bestehendem Schimmel fachgerecht entfernen

Wenn bereits Schimmel sichtbar ist, sollte die betroffene Fläche nicht einfach überstrichen werden. Zuerst müssen Reinigung und Desinfektion erfolgen.

4. Antikondensatbeschichtungen einsetzen

Auf kritischen Oberflächen können Antikondensatbeschichtungen helfen. Sie nehmen kurzfristig Feuchtigkeit auf, reduzieren Kondensatbildung und entschärfen kritische Taupunktphasen.

ACHTUNG:

Luftentfeuchter im Keller sollten nicht ohne fachliche Abklärung dauerhaft betrieben werden. Sie können den Wänden Feuchtigkeit entziehen, die durch kapillaren Nachschub aus dem Erdreich wieder ersetzt wird. Dadurch wird viel Energie verbraucht, ohne die eigentliche Ursache des Feuchteproblems zu lösen.


Fazit

Schimmel war früher vor allem ein Winterthema. Heute kommt zunehmend ein Sommerproblem hinzu. Die Basler Wetterdaten von 1981 bis 2025 zeigen deutlich: Die Sommer sind wärmer geworden, die Luft enthält mehr Wasser, und der Taupunkt ist gestiegen. Dadurch können kühle Keller- und Wandoberflächen heute häufiger unter den Taupunkt fallen. Sommerschimmel ist kein Mythos. Er ist ein reales bauphysikalisches Risiko — besonders in Kellern und an kühlen Bauteilen. Die wichtigste Verhaltensregel lautet deshalb:

Im Sommer nicht automatisch lüften.
Erst prüfen, ob die Aussenluft wirklich trockener ist als die Luft im Keller oder Innenraum.

Kondenswasser

Schnellcheck mit fRsi & SIA 180 – und wann eine Antikondensationsbeschichtung Sinn macht

Kondenswasser auf Decken, Wänden oder Leitungen ist mehr als ein optisches Problem, weil das Risiko für Schimmelpilz und Schäden an Materialien massiv erhöht wird. In diesem Beitrag zeigen wir einen 10-Minuten-Schnellcheck für die Einschätzung vor Ort – inklusive fRsi-Berechnung und SIA 180-Grenzwert – und erklären, wann eine Antikondensationsbeschichtung bzw. ein feuchteregulierender Putz die richtige Lösung ist. Details, siehe hier.

 

 

Warum entsteht Kondenswasser?

Trifft warme, feuchte Raumluft auf eine kühlere Oberfläche, so steigt die oberflächennahe relative Luftfeuchtigkeit lokal stark an – und zwar bis hin zur Bildung von Kondenswasser. Dies wird insbesondere durch Wärmebrücken, hervorgerufen durch mangelhafte Dämmung, sowie durch kalte Rohrleitungen in beheizten Bereichen begünstigt, wie sie beispielsweise häufig in der Lebensmittelindustrie vorkommen.

Praxis: Der 10-Minuten-Schnellcheck

1) fRsi vor Ort bestimmen
Messen Sie Innen-, Aussen- und Wandoberflächentemperatur und berechnen Sie daraus den fRsi-Wert. Ein tiefer fRsi deutet auf eine schlechtere Isolation und ein höheres Tauwasserrisiko hin. Für die schnelle Einschätzung steht ein Online-Rechner zur Verfügung

2) Maximal zulässige Raumluftfeuchte nach SIA 180 prüfen
Mit Innen- und Aussen-Temperatur lässt sich die maximal zulässige mittlere Raumluftfeuchte gemäss SIA 180 bestimmen. Wird dieser Grenzwert überschritten, steigt das Risiko für Feuchteschäden deutlich. Auch hierfür gibt es einen Online-Rechner. Hinweis: Die Norm bezieht sich auf Tagesmittelwerte.

3) Substrat und Verschmutzung beachten
Nährstoffe auf der Oberfläche wie beispielsweise Staub, Zellulose, Tapeten, begünstigen zusätzlich das Schimmelwachstum – selbst wenn das Grundmaterial eigentlich wenig anfällig wäre. Mehr Grundlagen dazu im Blogbeitrag „Schimmelpilz – es kann schnell gehen“.

Typische Problemzonen

  • Bad- und Kellerdecken mit lokalen Wärmebrücken
  • Aussenwandecken und Laibungen
  • Kaltes Metall in warmen Räumen (z. B. Rohrleitungen, Apparaturen)
  • Hallen/Trapezblechdächer mit stark wechselnden Klimabedingungen
  • Historische Bauten mit kapillar aktiven Untergründen

Lösungen – in sinnvoller Reihenfolge

  • Klima prüfen & verbessern: Lüftung, Entfeuchtung, interne Feuchtequellen reduzieren.
  • Wärmebrücken entschärfen: Baulich-technische Massnahmen dort, wo möglich.
  • Oberflächen trocken halten:
    • Antikondensationsbeschichtung (roll-/streich-/spritzbar)
    • Feuchteregulierender Putz für stark belastete Flächen, Keller oder historische Bauten.
      Beide Lösungen zielen darauf ab, die Oberfläche trocken zu halten – damit fehlt dem Schimmelpilz die entscheidende Wachstumsbedingung. Produktübersicht siehe Antikondensationsbeschichtung – immer trocken.

Wie funktioniert die Antikondensationsbeschichtung?

antikondensationsbeschichtung, Antikondensat, antikondensatbeschichtung
4000 fache Vergrösserung

Die mikroskopisch fein strukturierte Oberfläche ,

Die mikroskopisch fein strukturierte Oberfläche verteilt die einzelnen Tropfen gleichmässig zu einem dünnen Film, wodurch sich die Verdunstungsfläche deutlich vergrössert und die Rücktrocknung entsprechend beschleunigt wird. Im Zeitraffer-Video ist klar zu erkennen, dass die beschichtete Seite wesentlich schneller abtrocknet als eine herkömmliche Innenfarbe. Darüber hinaus erreicht unser System coat-it KR ein Wasseraufnahmevermögen von rund 300 ml/m², das gleichzeitig sehr rasch wieder abgegeben wird. Auf diese Weise hat Kondenswasser keine Chance mehr.

 

 

Anwendungsbeispiele (Auszug)

  • Wohngebäude: Bäder-Decken, Keller, Fensterlaibungen – unauffällige Lösung im Anstrichsystem.
  • Lebensmittelindustrie: Kalte Rohrleitungen/Apparaturen in warmen Zonen – Tropfenbildung reduzieren. Decken.
  • Technikräume & Kältekammern: Flächen dauerhaft trocken halten am Übergang kalte Zone / warme Zone

Ein paar Worte über Kosten

Insbesondere Wärmebrücken in älteren Liegenschaften lassen sich zwar am wirksamsten durch eine zusätzliche Aussenisolation entschärfen. Eine solche Massnahme ist jedoch mit sehr hohen Investitionskosten verbunden.

Aus bauphysikalischer Sicht ergibt eine Innenisolation wenig Sinn, und sie ist in der Regel rund dreimal so teuer wie die Applikation einer Antikondensationsbeschichtung.

Im Gegensatz dazu ist eine Antikondensationsbeschichtung einfach, schnell und kostengünstig aufzutragen. Die Applikation erfolgt in deutlich kürzerer Zeit als bei baulichen Massnahmen und verursacht nur minimale Beeinträchtigungen für die Bewohner. Darüber hinaus fügt sich die Beschichtung ästhetisch ansprechend in die Oberfläche ein und sorgt so für eine optisch saubere Lösung.

Schimmelpilz – es kann schnell gehen

Die drei wesentlichen Einflussfaktoren für das Auskeimen und das Wachstum von Schimmelpilz sind:

Schimmelpilz, Schimmel,

  • Schimmelsporen in der Luft. Natürlicherweise kommen Sporen überall vor
  • Nährboden (Substrat). Hervorragende Nährböden sind zum Beispiel Gipskarton und Zellulose
  • Feuchtigkeit auf der Bauteiloberfläche. Die Gründe für zu hohe lokale Feuchtigkeit können zahlreich sein:
    • zu hohe relative Luftfeuchtigkeit kombiniert mit Wärmebrücken,
    • Wasserschäden,
    • mangelnde Isolation

Wie schnell keimt der Schimmelpilz aus und wie schnell wächst er?

Sind alle drei obigen Bedingungen gleichzeitig und am gleichen Ort erfüllt, so entsteht der potentiell gesundheitsgefährdende Schimmelpilz. Das Auskeimen und Wachsen kann aber unterschiedlich schnell passieren. Vereinfacht gesagt: ein guter Nährboden und hohe Feuchtigkeitswerte auf der Bauteiloberlfäche beschleunigen diesen Prozess. Wenn die Umgebungstemperatur noch stimmt, geht es noch schneller. Die Anzahl Sporen in der Luft wird im Normalfall von der Natur eingestellt und wird im Folgenden als gegeben betrachtet.

Nährboden (Substrate)

Schimmelpilze haben einen Stoffwechsel, d.h. sie brauchen Nahrung in Form eines Nährbodens. Ein für den Schimmelpilz nicht verwertbares Substrat (Gruppe II) ist beispielsweise sauberes Glas, Stahl, Mineralfarbe oder Kalkfarbe. Ein guter Nährboden (Substratgruppe I) ist beispielsweise Gipskarton oder Rauhfasertapete. Optimale Nährböden werden in Laboratorien verwendet, z.B. Agar.

Aufgepasst: Schmutz kann aus einem nicht verwertbaren Substrat, z.B. Fensterglas einen guten Nährboden machen!

Feuchtigkeit auf der Bauteiloberfläche

Hier wird der rw-Wert herangezogen: Er entspricht der relativen Luftfeuchtigkeit auf der Bauteiloberfläche. Je nach Schimmelpilz-Gattung startet das Auskeimen und das Wachstum schon bei 70%. (Achtung: die relative Luftfeuchtigkeit mitten in einem Raum muss nicht gleich der relativen Luftfeuchtigkeit auf einer Wandoberfläche sein)

Aus dem folgenden Bild können die wichtigen Zusammenhänge herausgelesen werden

Schimmelpilz Wachstum
Verallgemeinertes Isoplethensystem für Sporenauskeimung (oben) bzw. für Myzelwachstum (unten) nach [1], das für alle im Bau auftretenden Pilze gilt. Sporenauskeimungszeit in Tagen (oben), nach welcher eine Keimung abgeschlossen ist und für das Myzelwachstum (unten) die zu erwartende Wachstumsrate in mm/Tag.

Was bedeutet das in der Praxis?

Beispiel: Ein Raum mit 20°C Raumtemperatur und 60% relativer Feuchtigkeit, hat eine Kältebrücke, mit einer Wandtemperatur von 15°C. Wir gehen von einem Material der Substratgruppe I aus. In der Nähe der Wand sind jetzt 82% relative Feuchtigkeit. Es dauert bei diesen Bedingungen ca. 8 Tag bis der Schimmelpilz ausgekeimt ist, und er wächst mit ca. 1 mm pro Tag! (Fall rot). Hätte man statt einer Tapete eine Kalkfarbe verwendet, würde es wahrscheinlich keinen Schimmelpilz geben (grün)

  • Verbauen Sie Materialien der Substratgrupppe II
  • Vermeiden Sie Tauwasser auf einer Oberfläche (tw-Wert = 100%) durch
    • Erwärmen der Fläche (z.B. gute Isolation)
    • tiefe relative Luftfeuchtigkeit in der Umgebung, z.B. in einem Wohnraum

Literatur: [1]: Neue Erkenntnisse zur Beurteilung von Schimmelpilzen und Stand der Normenbearbeitung, 2002, Klaus Sedlbauer et al.

Flächendesinfektion im Schweizerischen Gesundheitswesen – Umfrage 2023

Flöchendesinfektion

Vorgeschichte

Wie schon im letzten Jahr, so hat Novapura auch dieses Jahr wieder eine Umfrage in Schweizerischen Gesundheitseinrichtungen durchgeführt. Titel der diesjährigen Umfrage: Wie werden Flächendesinfektionen im Schweizerischen Gesundheitswesen durchgeführt?

Die Anzahl Kontaminationen ist nach wie vor in fast allen Institutionen signifikant, insbesondere, wenn man die Fälle von multiresistenten Bakterien isoliert betrachtet.

Kontamination im GesundheitswesenKontamination im Gesundheitswesen

Kontaminiert wurden im wesentlichen Patientenzimmer und Quarantänezimmer, in einem geringeren Ausmass die Notfallaufnahme. Die Scheuer-/Wischdesinfektion ist nach wie vor die Methode der ersten Wahl, wenn es um die Dekontamination dieser Räume geht. In wenigen Fällen werden andere Methoden verwendet, wie z.B. Vernebelung. Zur Hauptsache wird internes, geschultes Personal auf diese Arbeiten angesetzt, trotz Personalmangel. Letzterem wird offenbar von Seiten der Institutsleitung nicht grosse Beachtung geschenkt. Laut den eingegangenen Antworten wird aber auch nicht auf eine Effizienzsteigerung durch Automatisation oder Outsourcing hin gearbeitet.

Dokumentiert und kontrolliert werden Dekontaminationen bei nur knapp 25% der Institutionen.

Flächendesinfektion im GesundheitswesenFlächendesinfektion im Gesundheitswesen

Welche Bereiche sind Ihrer Meinung nach kritisch bezüglich Kreuzkontamination? Zu dieser Frage werden im Wesentlichen Patientenzimmer und Notfallaufnahme genannt. Die Stationsküche, sowie die Bekleidung des Personals findet auch Erwähnung. Diese Angaben sind mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mit Messresultaten unterlegt.

Besonderes Augenmerk wird bei der Flächendesinfektion auf High Touch Flächen gelegt (Türgriffe, Handläufe, Griffe, Taster, Knöpfe etc.). Die Raumluft (wahrscheinlich aus der Zeit der Pandemie) findet auch Aufnahme in die Statistik. Bei High Touch Flächen ist die Scheuer-/Wischdesinfektion die Methode der ersten Wahl. Diese Flächen werden bis zu 3 Mal pro Tag desinfiziert; es gibt Institutionen, welche weniger als einmal pro Tag desinfizieren.

Hätten Sie Vertrauen in Beschichtungen mit permanent selbstdesinfizierenden Eigenschaften für High Touch Areas? 50% der Antworten fallen negativ aus, die anderen 1/3 sehen einen Benefit (Schliessen der Desinfektionslücke, Unterstützung bei der regelmässigen Desinfektion).

Flächendesinfektion im Gesundheitswesen

Mit welchen zusätzlichen, einfachen Massnahmen könnte man die Kreuzkontamination weiter eindämmen? Hier wird die gute alte Händedesinfektion zur Hauptsache genannt.

Zusammenfassung:

Methoden: Nach wie vor, analog der Umfrage des letzten Jahres, ist die Scheuer-/Wischdesinfektion die am häufigsten verwendete Methode zur Flächendesinfektion. Kontaminationen mit multiresistenen Bakterien, resp. SARS-Cov/Noro kommen gehäuft vor. Neue Technologien, wie Vernebelungsverfahren, UV-Roboter, selbstdesinfizierende Beschichtungen sind wenig verbreitet, resp. werden mit einer gewissen Skepsis begegnet oder sind gänzlich unbekannt. Der Personalmangel wird als grosses Problem angeschaut, welches offenbar nicht oder zu wenig energisch angegangen wird.

 

Scheuer-, Wischdesinfektion – nach wie vor das Mass aller Dinge, trotz Defiziten

Vorgeschichte

Novapura hat im Mai 2022 durch eine unabhängige Firma eine Umfrage zum Thema „Desinfektion im Spital“ in Schweizerischen Gesundheitseinrichtungen durchführen lassen. Ein Themenschwerpunkt war die Methode der Flächendesinfektion. Zur Auswahl standen folgende Methoden:

  • Scheuer-, Wischdesinfektion
  • Raumdesinfektion mittels Vernebelung
  • Raumdesinfektion mittels Versprühung
  • Raumdesinfektion mittels UV

Eine weiterführende Fragestellung betraf das Ereignis einer Kontamination. Wir haben zwei Fälle unterschieden:

  • eine Standard Desinfektion, welche regelmässig durchgeführt wird, sowie
  • die ausserordentliche Dekontamination eines Raumes, ausgelöst durch ein multiresistentes Bakterium oder ein Virus.

Wischdesinfektion im Gesundheitswesen

Resultat

Die Scheuer-, Wischdesinfektion wird in 100% der Antworten als Methode angegeben, wenn es um die regelmässige Standard Desinfektion geht. Darunter fallen Räume wie Quarantäne Zimmer, Operationssaal, WC für Personal und Patienten, oder auch Patientenzimmer. Der behandelte Raum ist sofort wieder benutzbar. Der Desinfektionsvorgang wird nicht dokumentiert.

Die Scheuer-, Wischdesinfektion wird in 85% der Antworten als Methode angegeben, wenn es um die Dekontamination von Räumen geht. In einigen wenigen Fällen setzen die Verantwortlichen ein UV-Gerät  ein, oder sie führen eine Raumdesinfektion mittels Vernebelung durch. Der Raum ist bis zu einem Tag nicht benutzbar. Der Desinfektionsvorgang wird teilweise dokumentiert.

Erkenntnisse

Die Scheuer-, Wischdesinfektion ist nach wie vor das Mass aller Dinge, trotz offensichtlicher Mängel, wie

  • Personal intensiver Prozess dadurch
  • tiefe Prozesssicherheit,
  • fehlende Dokumentation dadurch
  • keine Möglichkeiten die Qualität zu verbessern

Weder Automatisation, noch Digitalisierung haben in diesem Prozess Einzug gefunden.

Desinfektion im Spital-Umfeld: Resultate einer Umfrage

Vorgeschichte

Novapura hat im Mai 2022 durch eine unabhängige Firma eine Umfrage zum Thema “Desinfektion im Spital” durchführen lassen. Es wurden Institutionen in der Schweiz befragt.

Fragestellungen und Auswertungen

Wie oft Desinfektion MRSA - Novapura

  • 41% der Institutionen hatten keine Fälle zu verzeichnen.
  • 41% der Institutionen hatten mehr als einen Fall zu bekämpfen, 18% der Institutionen hatten mit mehr als 20 Fällen pro Jahr zu kämpfen.

Desinfektion Methode MRSA - novapura

In über 80% der Institutionen wird auch in diesen Fällen mit der Scheuer-Wisch Desinfektion gearbeitet. Mit anderen Worten, die Desinfektion wird von Hand durchgeführt. Trotz offensichtlichen Mängeln, wie

  • mangelnde Prozess-Sicherheit, d.h. die Qualität der Desinfektion ist dem guten Willen der ausführenden Person überlassen
  • der Prozess ist personalintensiv und dauert lange

Desinfektion Dokumentation MRSA - Novapura

23% der Institutionen melden, dass der Desinfektionsvorgang gar nicht dokumentiert wird, in 62% der Institutionen wird dokumentiert, aber nur in knapp 20% der Fälle gibt es ein zentrales Ablagesystem.

Um einen Prozess sicher und zuverlässig zu gestalten, ist eine saubere Dokumentation unumgänglich. Die Auswertung dieser Dokumentation erlaubt es erst, Fehler aufzudecken und zu korrigieren. Mit der Zeit wird der Prozess immer stabiler und die Qualität dadurch nachhaltig besser.

MARSA wer macht es - Novaprua

Erstaunlich aus unserer Sicht ist die Antwort auf die Frage, wer die Dekontamination nach einer Attacke multiresistenter Bakterien durchführt: Es sind im wesentlichen intern geschulte Mitarbeiter. In Zeiten knapper Personal-Ressourcen ist es zu überlegen, ob es nicht besser ist, diesen Prozess vollständig auszulagern. Ein professioneller, externer Dienstleister ist schneller und erfahrener, als interne Mitarbeiter, welche (gemäss dieser Umfrage) nur maximal jede zweite Woche eine Dekontamination durchführen. Hinzu kommt noch die Erfahrung mit der Persönlichen Schutzausrüstung, welche ein besonderes Augenmerk verlangt, beim Durchführen solch komplexer und potentiell gefährlichen Arbeiten.

Eine Alternative ist der Einsatz von automatischen Systemen, welche sehr einfach zu bedienen sind, und welche ein Minimum an Persönlichen Schutzausrüstung benötigen. Damit kann die Effizienz des internen Personals massiv erhöht werden, denn die Systeme arbeiten autonom; in dieser Zeit kann der Operateur einer anderen Aufgabe nachgehen.

Größte Herausforderung bei der heutigen Desinfektionspraxis?

Als grösste Herausforderung sind folgende drei Themenschwerpunkte genannt worden:

  • Der Prozess ist personal- und kostenintensiv
  • Fehlende Protokollierung über durchgeführte Desinfektionen
  • Ansteckungs- und Ausbreitungsgefahr im Gebäude

Erkenntnisse

Wir sehen sehr viel Optimierungspotential in der Desinfektion von Räumen, wenn diese dekontaminiert werden müssen.

  • automatische Desinfektion versus Scheuer-, Wisch Desinfektion von Hand
  • schonender Umgang mit personellen Ressourcen durch Automatisation oder konsequentes Auslagern des Prozesses
  • stringente und konsequente Dokumentation versus dezentrale, z.T. Dokumentation auf Papier. Die Lernzyklen können verkürzt werden, was dem Personal und den Patienten zugute kommt

Die Digitalisierung muss auch in diesem Prozess Einzug halten.

Multiresistente Bakterien – im Schatten von SARS-Cov2

Bei Multiresistente Bakterien handelt es sich um Bakterien mit Vielfachresistenzen, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam geworden sind.

Antibiotika bekämpfen Bakterien und werden bei lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie etwa Lungenentzündungen eingesetzt. Durch massenhaften und unsachgemäßen Einsatz werden heute aber immer mehr Bakterien unempfindlich gegen viele Antibiotika. Zum massenhaften Einsatz gehört auch die Verabreichung von Antibiotika bei Tieren 1) und teilweise (bis 2008 auch in der Schweiz) in der Landwirtschaft. 2)

Insbesondere im Spitalumfeld ist das Vorkommen von multiresistenten Bakterien gehäuft und gefürchtet. Spitalinfektionen (sogenannte nosokomiale Infektionen) entstehen oft im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in einer Gesundheitseinrichtung. Nach älteren Schätzungen führen solche zu etwa 70’000 Krankheitsfällen und 2’000 Todesfällen pro Jahr allein in der Schweiz. Im Vergleich, in den Jahren 2020 – 2022 (Stand Mai) sind durchschnittlich ca. 6’335 Corona Todesfälle pro Jahr verzeichnet worden.

Die wichtigsten Typen

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Der wichtigste Übertragungsweg für MRSA ist die direkte Übertragung zwischen Menschen, insbesondere über die Hände. Ein weiterer Übertragungsweg ist über verunreinigte Gegenstände, sowie von Tier zu Mensch. 3) Man unterscheidet zwischen Spital-assoziierte MRSA, Bevölkerungs-assoziierte MRSA (Übertragung ausserhalb des Spital Umfeld von Mensch zu Mensch) und Nutztier- assoziierte MRSA (Verbreitet bei Nutztieren wie Schweinen, Rindern und Geflügel; die Übertragung von Tier zu Mensch ist möglich)

mrsa bakterien
MRSA Bakterien

 

 

 

 

 

 

 

 

Carbapenemase produzierende Enterobakterien (CPE): Multiresistenz gegen die Antibiotika Penizilline, Cephalosporine, Monobactame und Carbapeneme. Übertragung bei direkten oder indirekten Kontakt (fäko-oral). Eine Übertragung von CPE erfolgt vorwiegend durch Kontaktinfektion über die Hände (z. B. ausgehend von Stuhl und infizierten Wunden). Im Kontakt mit Nutztieren können ebenfalls resistente Keime auf den Menschen gelangen oder aus der Umwelt von Lebensmittel wie Früchte und Gemüse. Eine Übertragung an Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen ist möglich.  4) Es besteht eine Meldepflicht.

CPE Bakterien
Von NIAID – Klebsiella pneumoniae Bacterium

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) Es handelt es sich um Enterokokken mit einer Resistenz gegenüber dem Reserveantibiotikum Vancomycin. VRE können nicht nur im Darm, sondern auch auf der Haut und den Händen der Patienten (und des medizinischen Personals) und in der Umgebung des Patienten überleben. Daher werden sie ohne eine gute Basishygiene und ohne zusätzliche Maßnahmen der Übertragungskontrolle in Risikobereichen leicht von Patient zu Patient übertragen. Besonders hoch ist dieses Risiko, wenn die Patienten Durchfall haben, weil dann große Mengen der Erreger in die Umgebung (Windel, Bettpfanne, Toilette, Toilettensitz, Toilettenstuhl usw.) gelangen. Ebenso kann eine Übertragung an einem Patienten selbst durch den Kontakt mit kontaminierten Materialien und einer anschließenden aseptischen Tätigkeit erfolgen.

Prävention / Massnahmen

  • Robuster Früherkennungs-Prozess implementiert
  • Konsequentes Aufnahme-Screening bei Risikopatienten
  • Kontaktisolation bei auftretenden Fällen
  • Desinfektion der betroffenen Räume

  1. https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierarzneimittel/antibiotika.html
  2. https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/pflanzenbau/obstbau/feuerbrand/projekte/pflanzenschutz.html
  3. https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/mrsa/#c3832
  4. https://so.ch/verwaltung/departement-des-innern/gesundheitsamt/kantonsaerztlicher-dienst/infektionskrankheiten/multiresistente-bakterien/carbapenemase-produzierende-enterobakterien/
  5. https://www.swissnoso.ch/worum-geht-es/healthcare-assoziierte-infektionen

 

AFNOR Test

AFNOR NFT 72-28

AFNOR NFT 72-28 ist die Bezeichnung einer französische Testnorm. Sie hat sich als Standardmethode zur Wirksamkeitsüberprüfung von autonomen Raumdesinfektions-Systemen etabliert. Sie ist für die besonders strengen Erfüllungsbedingungen bekannt. Viele Anbieter von Desinfektions-Systemen schreckt dieser rigorose und teure Test ab; daher ist es nicht erstaunlich, dass nur ca. 30% der am Markt angebotenen Anlagen den Test erfüllen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass das gesamte System, also das Desinfektionsmittel und das Gerät gemeinsam getestet werden.

Es wird unterschieden zwischen der «automatischen Ausbringung» und dem «gerichteten Versprühen».

Automatische Ausbringung

afnor test

 

 

 

 

 

 

 

Das zu testende Gerät wird in einen definierten Raum gestellt. Das Desinfektionsmittel wird vollautomatisch über den Luftweg auf die Testflächen gesprüht. Im Gegensatz zum gerichteten Versprühen befinden sich die Probeplatten in diesem Fall auf der Rückseite der Testfläche. (siehe Bild oben). Die Aerosole, welche vom Gerät erzeugt werden, müssen also so ausgebracht werden, dass sie nicht nur dem Gerät zugewandten Seite benetzen, sondern auch die dem Gerät abgewandten Seite.  Die Probeplatten werden irgendwo im Raum platziert. Stellt man sich ein Patientenzimmer vor, in welchem Möbel, Geräte etc. aufgestellt sind, so kommt der AFNOR Test der Realität sehr nahe.

Gerichtetes Versprühen

afnor

 

 

 

 

 

 

 

Das Desinfektionsmittel wird aus einer vorgegebenen Distanz auf eine Testfläche gesprüht. Auf dieser Fläche befinden sich die Probeplatten. Auf diesen Probeplatten wiederum sind die Testkeime aufgebracht. Es können Bakterien, Pilze, Hefen oder Viren sein.

Systeme mit UV-Licht und AFNOR

Desinfektions-Systeme, welche mit UV-C Licht betrieben werden, können den AFNOR Test nie erfüllen. Weil sich die Probeplatten auf der Schattenseite der Testfläche befinden, erreichen die emittierten UV Strahlen die Testkeime nie. Auch ein automatisches oder autonomes Bewegen der Gerätes hilft nichts, denn die Probeplatten sind so nahe an der Wand aufgestellt, dass sie sich diese immer im Schatten befinden.

aseptobot

Der von uns entwickelte aseptobot hat den AFNOR Test erfolgreich bestanden. BeimTest wurde das Desinfektionsmittel fog-it plus eingesetzt.

aseptobot afnor

 

 

 

 

 

 

 

aseptobot

 

Kontaktübertragung von SARS-CoV-2

Über die Übertragungswege von SARS-CoV-2 gibt es eine umfangreiche Literatur. Im Wesentlichen werden zwei Übertragungswege unterschieden: Luftweg und Kontaktübertragung über kontaminierte Flächen.

Luftweg

Die Übertragung erfolgt durch grössere Tröpfchen und kleine Aerosole, welche von einer Person durch Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen auf eine andere Person übertragen wird, welche die Tröpfchen oder Aerosole einatmet.

Tröpfchen fallen relativ schnell zu Boden, während Aerosole relativ lange in der Luft «stehen bleiben». Was heisst «relativ»?

Die Atemluft besteht aus Tröpfchen zwischen 0.2-20 µm. [1] Man kann zeigen, dass es bei einer 175 cm grossen Person circa 20 Sekunden dauert, bis die grossen Atem-Tröpfchen zu Boden gefallen sind. Die kleinen Aerosole erreichen den Boden erst nach sehr, sehr langer Zeit (Tagen). Dies sind theoretische Betrachtungen, welche Umwelteinflüsse wie Temperatur (Verdunstung), Geschwindigkeit der Umgebungsluft und Verschmutzung der Luft nicht berücksichtigen.

Beim Niessen und Husten sind die horizontalen Geschwindigkeiten der Aerosole viel höher als die Sinkgeschwindigkeit, d.h. während dem Sinkflug werden diese Aerosole auch sehr weit getragen. Im Video unter folgendem Link sind beeindruckende Bilder zu sehen, wie Aerosole bis zu 8m weit getragen werden können. Diese Tröpfchen setzten sich auf Oberflächen ab und können zu Kontaktübertragung führen.

SARS Cov aerosol
Bild aus [7]

Kontaktübertragung

Die Behörden in der Schweiz, Deutschland und Österreich schliessen daher eine Kontaktübertragung nicht aus:

BAG, Schweiz: Wenn infizierte Personen husten und niesen, gelangen ansteckende Tröpfchen auf ihre Hände oder auf benachbarte Oberflächen. Eine andere Person könnte sich anstecken, wenn sie diese Tröpfchen mit den Händen aufnimmt und anschliessend Mund, Nase oder Augen berührt. [2]

RKI (Robert Koch Institut), Deutschland: Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung der infektiösen Person nicht auszuschließen [3]

Bundesinstitut für Risikobewertung: Weiterhin kann eine Übertragung über Kontakt- oder Schmierinfektionen nicht ausgeschlossen werden. Hierbei gelangen Erreger, die sich auf den Händen befinden, an die Schleimhäute der Nase oder des Auges, wo sie zu einer Infektion führen können [4]

Österreichisches Gesundheitsamt: Das neuartige Corona Virus kann zudem an der Haut und auf Gegenständen (z.B. Türklinken, Telefon) haften und über Hände übertragen werden (Schmierinfektion) – insbesondere, wenn Hände mit Viruspartikeln in Kontakt mit den Augen, der Nasen- oder der Mundschleimhaut geraten. [5]

Wie lange bleiben Viren, welche via Tröpfchen auf Oberflächen gelangen, infektiös?

Die vielzitierte Referenzliteratur [6] zu diesem Punkt ist unter folgendem Link zu finden. Die Autoren haben untersucht wie lange SARS-CoV Viren auf verschiedenen Materialien infektiös bleiben. Hierbei wurden Kupfer, Karton, rostfreier Stahl und Plastik untersucht. Ebenfalls wurden die reinen Aerosole in der Luft untersucht. Die Zusammenfassung der Ergebnisse ist in den folgenden Grafiken zu sehen:

SARS Cov Materials

Das Ergebnis der Studie in kurzen Worten:

  • SARS-CoV Viren blieben in der Luft über die gesamte Experiment-Dauer von 3 Stunden infektiös.
  • Auf den getesteten Materialien blieben die Viren bis 72 Stunden infektiös, obwohl sich die Virenlast über die Zeit signifikant verringert.
  • Auf Kupfer und Karton verringert sich die Virenlast schneller als auf Plastik oder rostfreiem Stahl

Literatur

  1. https://www.aerzteblatt.de/archiv/217048/SARS-CoV-2-und-Aerosole-(1)-Was-wir-bis-heute-wissen
  2. https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/information-fuer-die-aerzteschaft/schutzmassnahmen.htmlübertragung
  3. Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 Stand: 19.4.2021
  4. https://www.bfr.bund.de/cm/343/kann-das-neuartige-coronavirus-ueber-lebensmittel-und-gegenstaende-uebertragen-werden.pdf
  5. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/immunsystem/coronavirus-covid-19/uebertragung
  6. Aerosol and Surface Stability of SARS-CoV-2 as Compared with SARS-CoV-1, N Engl J Med 2020; 382:1564-1567

Hygiene in der Küche – auf einem neuen Niveau

Hygiene in der Küche, mit welchen zusätzlichen, innovativen Massnahmen kann man diese in der Gastro-Branche verbessern? Der Besitzer eines 5 Sterne Hotels stand vor dieser wichtigen Frage. Nicht dass er ein Hygieneproblem gehabt hätte. Im Zuge eines Gesamtumbaus der Küche standen aber solche Fragen zur Debatte. Wir haben ihm empfohlen, sämtliche Wände mit unserem coat-it AM Lack zu beschichten.

easy-to-clean, easy-to-disinfect Lack für bessere Hygiene in der Küche

Das Resultat lässt sich sehen! Es wurden zwei Schichten aufgebracht: Ein pigmentierter Grundlack und ein funktionaler Decklack. Der Decklack, also die zweite, transparente Schicht, gibt den Wänden zwei weitere, wichtige Eigenschaften:

  • Easy-to-clean
  • Easy-to-disinfect

Mit der easy-to-clean Eigenschaft, können die Flächen viel einfacher und effizienter gereinigt werden. Ein optischer Eindruck von Sauberkeit und Reinheit ist die Folge davon. Die easy-to-disinfect Eigenschaft führt dazu, dass auch die mikrobiologischen Werte nachhaltig gut sind. Somit ist das Ziel, mit gleichem Aufwand ein Mehr an Hygiene zu erreichen, erfüllt.