Wann entsteht Schimmel – und wie schnell wächst er?
Der Sedlbauer-Ansatz ist ein bewährtes Verfahren aus der Bauphysik, um das Risiko von Schimmelwachstum anhand von Temperatur, relativer Luftfeuchtigkeit auf der Bauteiloberfläche und Materialempfindlichkeit einzuschätzen. Das Modell hilft, kritische Feuchtebedingungen besser zu verstehen und frühzeitig zu beurteilen, ob vorbeugende Massnahmen wie eine Antikondensationsbeschichtung sinnvoll sind.
Substrat A steht für besonders anfällige, nährstoffreiche Oberflächen, zum Beispiel Tapeten, Papier, Karton, Holzwerkstoffe, organische Dämmstoffe oder verschmutzte Oberflächen. Hier kann Schimmel bereits bei vergleichsweise geringeren Feuchtebelastungen entstehen.
Substrat B beschreibt mässig anfällige, poröse mineralische Baustoffe oder beschichtete Oberflächen, die selbst weniger Nährstoffe enthalten, aber Feuchte speichern und bei Staub, Verschmutzung oder organischen Rückständen dennoch Schimmelwachstum ermöglichen können.
Substrat C steht für weitgehend inerte, nährstoffarme Materialien wie Glas, Metall, Keramik oder sehr glatte mineralische Oberflächen. Auf solchen Materialien ist Schimmelwachstum ohne Verschmutzung deutlich unwahrscheinlicher; bei Staub, Biofilm oder organischen Ablagerungen kann sich das Risiko jedoch erhöhen.