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Sommerschimmel: Mythos oder reales Risiko?

Warum warme Sommerluft heute in Kellern und an kühlen Wänden häufiger zu Schimmel führen kann

Früher war Schimmelpilz vor allem ein Thema der Wintermonate: draussen kalt, innen warm, mangelhafte Wärmedämmung und hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen. An schlecht gedämmten Aussenwänden sank die Oberflächentemperatur unter den Taupunkt. Feuchtigkeit kondensierte — und Schimmelpilzsporen fanden ideale Bedingungen. Heute taucht ein neuer Begriff auf: Sommerschimmel.  Doch ist das wirklich ein neues Problem, oder nur ein Mythos? Am Beispiel Basel haben wir Meteodaten ausgewertet und diese zeigen: Sommerschimmel ist bauphysikalisch sehr gut erklärbar.


Die Sommerluft hat sich verändert

Die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent sinkt zwar leicht, aber die Luft ist deutlich wärmer und enthält absolut mehr Wasser. Dadurch steigt auch der Taupunkt.

1. Die Sommer werden wärmer (am Beispiel Basel)

Sommerschimmel Novapura

Die lineare Trendanalyse über den gesamten Zeitraum 1981–2025 ergibt eine Veränderung von rund +2.77 °C. Der Trend ist statistisch signifikant.

 

2. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt — aber das täuscht

Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Schimmelrisiko sinke, denn die relative Luftfeuchtigkeit ist im Sommer leicht zurückgegangen. Auch dieser Trend ist statistisch signifikant.

Sommerschimmel Novapura
Aber: Die relative Luftfeuchtigkeit allein sagt nicht, wie viel Wasser tatsächlich in der Luft enthalten ist.

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Deshalb kann die relative Feuchte sinken, während die absolute Wassermenge in der Luft trotzdem steigt.

3. Die absolute Feuchtigkeit steigt deutlich

Entscheidend für Kondensation und Schimmelrisiko ist, wie viel Wasser in der Luft enthalten ist. Diese absolute Feuchtigkeit wird in g/m³ angegeben.

Sommerschimmel Novapura

Die absolute Feuchtigkeit der Sommerluft steigt deutlich. Die Luft enthält heute mehr Wasserdampf als früher.

4. Der Taupunkt steigt — und genau hier beginnt das Problem

Der Taupunkt ist für Schimmel besonders wichtig. Er beschreibt die Temperatur, bei der Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Wird eine Oberfläche kälter als dieser Taupunkt, fällt Tauwasser aus.

Sommerschimmel Taupunkt

Über den gesamten Zeitraum 1981–2025 beträgt der lineare Anstieg rund +1.55 °C. Der Trend ist statistisch signifikant. Der durchschnittliche Sommer-Taupunkt ist deutlich gestiegen. Dadurch werden kühle Wand- und Kelleroberflächen schneller kritisch.


Warum Sommerschimmel heute plausibler ist als früher

Früher war Schimmel vor allem ein Winterproblem:

  • draussen kalt
  • innen warm
  • Innenluft feucht
  • schlecht gedämmte Aussenwände kalt
  • Kondensation auf der Wohnseite

Heute kommt ein Sommerproblem dazu:

  • draussen warm
  • Aussenluft enthält mehr Wasser
  • der Taupunkt ist höher
  • Keller und massive Bauteile bleiben kühl
  • warme, feuchte Luft trifft auf kalte Oberflächen

Das Resultat ist dasselbe:
Die Oberflächentemperatur unterschreitet den Taupunkt, Tauwasser fällt aus, und Schimmelpilzsporen können keimen.


Besonders kritisch: (Wein)Keller

Ein Weinkeller sollte idealerweise nicht wärmer als etwa 14 °C sein. Die Wandoberflächen sind häufig noch etwas kühler. Früher war ein offenes Kellerfenster im Sommer oft weniger problematisch, weil der Taupunkt der eintretenden Aussenluft tiefer lag. Heute liegt der durchschnittliche Sommer-Taupunkt in Basel bereits bei rund 13.5 °C. In feucht-warmen Perioden kann er noch deutlich höher liegen.

Das bedeutet:

  • warme Aussenluft strömt in den Keller
  • sie trifft auf kühle Wände, Böden oder Decken
  • der Taupunkt wird unterschritten
  • Feuchtigkeit kondensiert
  • Schimmel kann entstehen

Das klassische Lüftungsverhalten wird dadurch problematisch.
Ein offenes Kellerfenster im Sommer kann ein hohes Mass an Feuchtigkeit eintragen.

ACHTUNG:

Energiesparende Wärmedämmung reduziert im Winter das klassische Schimmelrisiko, weil Innenoberflächen wärmer bleiben. Im Sommer kann sich die Situation jedoch umkehren. Gut gedämmte und massive Bauteile bleiben länger kühl, der Taupunkt der einströmenden feuchten Luft kann unterschritten werden. Dann entsteht Kondensat — und damit ein Risiko für Sommerschimmel. Die Dämmung ist dabei nicht die Ursache, sie verändert aber die Temperaturverhältnisse im Gebäude.


Was kann man dagegen tun?

1. Kellerfenster im Sommer nicht dauerhaft offen lassen

Bei warmer, feuchter Aussenluft sollten Kellerfenster geschlossen bleiben. Besonders kritisch sind schwüle Tage, Gewitterlagen und warme Nächte mit hohem Taupunkt.

2. Nicht nur relative Feuchtigkeit messen

Ein Hygrometer mit Temperaturanzeige ist hilfreich, reicht aber oft nicht aus. Besser ist der Vergleich von:

  • Taupunkt innen und aussen
  • absoluter Feuchte innen und aussen
  • Oberflächentemperatur kritischer Bauteile

Gelüftet werden sollte nur, wenn die Aussenluft tatsächlich trockener ist.

3. Bei bestehendem Schimmel fachgerecht entfernen

Wenn bereits Schimmel sichtbar ist, sollte die betroffene Fläche nicht einfach überstrichen werden. Zuerst müssen Reinigung und Desinfektion erfolgen.

4. Antikondensatbeschichtungen einsetzen

Auf kritischen Oberflächen können Antikondensatbeschichtungen helfen. Sie nehmen kurzfristig Feuchtigkeit auf, reduzieren Kondensatbildung und entschärfen kritische Taupunktphasen.

ACHTUNG:

Luftentfeuchter im Keller sollten nicht ohne fachliche Abklärung dauerhaft betrieben werden. Sie können den Wänden Feuchtigkeit entziehen, die durch kapillaren Nachschub aus dem Erdreich wieder ersetzt wird. Dadurch wird viel Energie verbraucht, ohne die eigentliche Ursache des Feuchteproblems zu lösen.


Fazit

Schimmel war früher vor allem ein Winterthema. Heute kommt zunehmend ein Sommerproblem hinzu. Die Basler Wetterdaten von 1981 bis 2025 zeigen deutlich: Die Sommer sind wärmer geworden, die Luft enthält mehr Wasser, und der Taupunkt ist gestiegen. Dadurch können kühle Keller- und Wandoberflächen heute häufiger unter den Taupunkt fallen. Sommerschimmel ist kein Mythos. Er ist ein reales bauphysikalisches Risiko — besonders in Kellern und an kühlen Bauteilen. Die wichtigste Verhaltensregel lautet deshalb:

Im Sommer nicht automatisch lüften.
Erst prüfen, ob die Aussenluft wirklich trockener ist als die Luft im Keller oder Innenraum.

Kondenswasser

Schnellcheck mit fRsi & SIA 180 – und wann eine Antikondensationsbeschichtung Sinn macht

Kondenswasser auf Decken, Wänden oder Leitungen ist mehr als ein optisches Problem, weil das Risiko für Schimmelpilz und Schäden an Materialien massiv erhöht wird. In diesem Beitrag zeigen wir einen 10-Minuten-Schnellcheck für die Einschätzung vor Ort – inklusive fRsi-Berechnung und SIA 180-Grenzwert – und erklären, wann eine Antikondensationsbeschichtung bzw. ein feuchteregulierender Putz die richtige Lösung ist. Details, siehe hier.

 

 

Warum entsteht Kondenswasser?

Trifft warme, feuchte Raumluft auf eine kühlere Oberfläche, so steigt die oberflächennahe relative Luftfeuchtigkeit lokal stark an – und zwar bis hin zur Bildung von Kondenswasser. Dies wird insbesondere durch Wärmebrücken, hervorgerufen durch mangelhafte Dämmung, sowie durch kalte Rohrleitungen in beheizten Bereichen begünstigt, wie sie beispielsweise häufig in der Lebensmittelindustrie vorkommen.

Praxis: Der 10-Minuten-Schnellcheck

1) fRsi vor Ort bestimmen
Messen Sie Innen-, Aussen- und Wandoberflächentemperatur und berechnen Sie daraus den fRsi-Wert. Ein tiefer fRsi deutet auf eine schlechtere Isolation und ein höheres Tauwasserrisiko hin. Für die schnelle Einschätzung steht ein Online-Rechner zur Verfügung

2) Maximal zulässige Raumluftfeuchte nach SIA 180 prüfen
Mit Innen- und Aussen-Temperatur lässt sich die maximal zulässige mittlere Raumluftfeuchte gemäss SIA 180 bestimmen. Wird dieser Grenzwert überschritten, steigt das Risiko für Feuchteschäden deutlich. Auch hierfür gibt es einen Online-Rechner. Hinweis: Die Norm bezieht sich auf Tagesmittelwerte.

3) Substrat und Verschmutzung beachten
Nährstoffe auf der Oberfläche wie beispielsweise Staub, Zellulose, Tapeten, begünstigen zusätzlich das Schimmelwachstum – selbst wenn das Grundmaterial eigentlich wenig anfällig wäre. Mehr Grundlagen dazu im Blogbeitrag „Schimmelpilz – es kann schnell gehen“.

Typische Problemzonen

  • Bad- und Kellerdecken mit lokalen Wärmebrücken
  • Aussenwandecken und Laibungen
  • Kaltes Metall in warmen Räumen (z. B. Rohrleitungen, Apparaturen)
  • Hallen/Trapezblechdächer mit stark wechselnden Klimabedingungen
  • Historische Bauten mit kapillar aktiven Untergründen

Lösungen – in sinnvoller Reihenfolge

  • Klima prüfen & verbessern: Lüftung, Entfeuchtung, interne Feuchtequellen reduzieren.
  • Wärmebrücken entschärfen: Baulich-technische Massnahmen dort, wo möglich.
  • Oberflächen trocken halten:
    • Antikondensationsbeschichtung (roll-/streich-/spritzbar)
    • Feuchteregulierender Putz für stark belastete Flächen, Keller oder historische Bauten.
      Beide Lösungen zielen darauf ab, die Oberfläche trocken zu halten – damit fehlt dem Schimmelpilz die entscheidende Wachstumsbedingung. Produktübersicht siehe Antikondensationsbeschichtung – immer trocken.

Wie funktioniert die Antikondensationsbeschichtung?

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4000 fache Vergrösserung

Die mikroskopisch fein strukturierte Oberfläche ,

Die mikroskopisch fein strukturierte Oberfläche verteilt die einzelnen Tropfen gleichmässig zu einem dünnen Film, wodurch sich die Verdunstungsfläche deutlich vergrössert und die Rücktrocknung entsprechend beschleunigt wird. Im Zeitraffer-Video ist klar zu erkennen, dass die beschichtete Seite wesentlich schneller abtrocknet als eine herkömmliche Innenfarbe. Darüber hinaus erreicht unser System coat-it KR ein Wasseraufnahmevermögen von rund 300 ml/m², das gleichzeitig sehr rasch wieder abgegeben wird. Auf diese Weise hat Kondenswasser keine Chance mehr.

 

 

Anwendungsbeispiele (Auszug)

  • Wohngebäude: Bäder-Decken, Keller, Fensterlaibungen – unauffällige Lösung im Anstrichsystem.
  • Lebensmittelindustrie: Kalte Rohrleitungen/Apparaturen in warmen Zonen – Tropfenbildung reduzieren. Decken.
  • Technikräume & Kältekammern: Flächen dauerhaft trocken halten am Übergang kalte Zone / warme Zone

Ein paar Worte über Kosten

Insbesondere Wärmebrücken in älteren Liegenschaften lassen sich zwar am wirksamsten durch eine zusätzliche Aussenisolation entschärfen. Eine solche Massnahme ist jedoch mit sehr hohen Investitionskosten verbunden.

Aus bauphysikalischer Sicht ergibt eine Innenisolation wenig Sinn, und sie ist in der Regel rund dreimal so teuer wie die Applikation einer Antikondensationsbeschichtung.

Im Gegensatz dazu ist eine Antikondensationsbeschichtung einfach, schnell und kostengünstig aufzutragen. Die Applikation erfolgt in deutlich kürzerer Zeit als bei baulichen Massnahmen und verursacht nur minimale Beeinträchtigungen für die Bewohner. Darüber hinaus fügt sich die Beschichtung ästhetisch ansprechend in die Oberfläche ein und sorgt so für eine optisch saubere Lösung.

Multiresistente Bakterien – im Schatten von SARS-Cov2

Bei Multiresistente Bakterien handelt es sich um Bakterien mit Vielfachresistenzen, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam geworden sind.

Antibiotika bekämpfen Bakterien und werden bei lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie etwa Lungenentzündungen eingesetzt. Durch massenhaften und unsachgemäßen Einsatz werden heute aber immer mehr Bakterien unempfindlich gegen viele Antibiotika. Zum massenhaften Einsatz gehört auch die Verabreichung von Antibiotika bei Tieren 1) und teilweise (bis 2008 auch in der Schweiz) in der Landwirtschaft. 2)

Insbesondere im Spitalumfeld ist das Vorkommen von multiresistenten Bakterien gehäuft und gefürchtet. Spitalinfektionen (sogenannte nosokomiale Infektionen) entstehen oft im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in einer Gesundheitseinrichtung. Nach älteren Schätzungen führen solche zu etwa 70’000 Krankheitsfällen und 2’000 Todesfällen pro Jahr allein in der Schweiz. Im Vergleich, in den Jahren 2020 – 2022 (Stand Mai) sind durchschnittlich ca. 6’335 Corona Todesfälle pro Jahr verzeichnet worden.

Die wichtigsten Typen

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA). Der wichtigste Übertragungsweg für MRSA ist die direkte Übertragung zwischen Menschen, insbesondere über die Hände. Ein weiterer Übertragungsweg ist über verunreinigte Gegenstände, sowie von Tier zu Mensch. 3) Man unterscheidet zwischen Spital-assoziierte MRSA, Bevölkerungs-assoziierte MRSA (Übertragung ausserhalb des Spital Umfeld von Mensch zu Mensch) und Nutztier- assoziierte MRSA (Verbreitet bei Nutztieren wie Schweinen, Rindern und Geflügel; die Übertragung von Tier zu Mensch ist möglich)

mrsa bakterien
MRSA Bakterien

 

 

 

 

 

 

 

 

Carbapenemase produzierende Enterobakterien (CPE): Multiresistenz gegen die Antibiotika Penizilline, Cephalosporine, Monobactame und Carbapeneme. Übertragung bei direkten oder indirekten Kontakt (fäko-oral). Eine Übertragung von CPE erfolgt vorwiegend durch Kontaktinfektion über die Hände (z. B. ausgehend von Stuhl und infizierten Wunden). Im Kontakt mit Nutztieren können ebenfalls resistente Keime auf den Menschen gelangen oder aus der Umwelt von Lebensmittel wie Früchte und Gemüse. Eine Übertragung an Spitälern und anderen Gesundheitseinrichtungen ist möglich.  4) Es besteht eine Meldepflicht.

CPE Bakterien
Von NIAID – Klebsiella pneumoniae Bacterium

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) Es handelt es sich um Enterokokken mit einer Resistenz gegenüber dem Reserveantibiotikum Vancomycin. VRE können nicht nur im Darm, sondern auch auf der Haut und den Händen der Patienten (und des medizinischen Personals) und in der Umgebung des Patienten überleben. Daher werden sie ohne eine gute Basishygiene und ohne zusätzliche Maßnahmen der Übertragungskontrolle in Risikobereichen leicht von Patient zu Patient übertragen. Besonders hoch ist dieses Risiko, wenn die Patienten Durchfall haben, weil dann große Mengen der Erreger in die Umgebung (Windel, Bettpfanne, Toilette, Toilettensitz, Toilettenstuhl usw.) gelangen. Ebenso kann eine Übertragung an einem Patienten selbst durch den Kontakt mit kontaminierten Materialien und einer anschließenden aseptischen Tätigkeit erfolgen.

Prävention / Massnahmen

  • Robuster Früherkennungs-Prozess implementiert
  • Konsequentes Aufnahme-Screening bei Risikopatienten
  • Kontaktisolation bei auftretenden Fällen
  • Desinfektion der betroffenen Räume

  1. https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierarzneimittel/antibiotika.html
  2. https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/pflanzenbau/obstbau/feuerbrand/projekte/pflanzenschutz.html
  3. https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/mrsa/#c3832
  4. https://so.ch/verwaltung/departement-des-innern/gesundheitsamt/kantonsaerztlicher-dienst/infektionskrankheiten/multiresistente-bakterien/carbapenemase-produzierende-enterobakterien/
  5. https://www.swissnoso.ch/worum-geht-es/healthcare-assoziierte-infektionen